Lauter laute Erlebnisse, teilweise bebildert

Ach herje, hab ich die Seite mal wieder verkommen lassen. So ist das halt bei meinem hin und her im Moment, gerade noch in der oberbayrischen Provinz und nix zu tun, dann wieder voll in die mittelfränkische Szene geworfen und gleich drauf einen Schritt zurück und in Lohn und Brot in der bayerischen Landeshauptstadt. Damit ist einerseits die finanziell angespannte Lage gelockert, wurde aber andererseits durch eine zeitlich angespannte getauscht, hmmpf.

Es lohnt sich aus verschiedenen Gründen immer, ins Kafe Kult zu fahren, die Beleuchtungsumstände für Konzertfotos sind leider keiner davon. Beziehungsweise ich muß mich da noch mehr anpassen, gerade hatte ich Available Light für mich wiederentdeckt, dann ist auf einmal so wenig available, dass ich wieder auf so ne Art Langzeitsynchronisation umsteigen muss.
So sah es zumindest bei den letzten beiden Konzerten dort aus.
Life At These SpeedsBei Shokei, Science Of Yabra und Life At These Speeds ist mir das mit dem Blitzen eh schon unangenehmer gewesen, da da mal wieder praktisch die erste Reihe mit Linsen bewaffnet war. Vielleich sollte ich mal auch fotografisch aufs Altenteil zurück ziehen. Noch ist es aber nicht so weit, deshalb gibt’s nen ganzen Haufen neuer Fotos von oben genannten Bands hier.
Leider kamen wir zu Shokei etwas zu spät, das liegt daran, dass die im Kafe Kult immer so pünktlich anfangen und ich immer so lang arbeiten muss. Selber schuld. Auf jeden Fall hat sich bei denen seit dem ich sie das letzte Mal gesehen hatte wieder die Besetzung gedreht, einen Schritt zurück sogar, und das hat nicht geschadet. Wie immer hübsch anzusehen und zu hören, kann ich nur empfehlen! Science Of Yabra waren aus der Konserve bei mir stärker hängen geblieben als ihre Tour-Kollegen von Life Without Speeds, wahrscheinlich wegen dem höhreren Wiedererkennungswert, der manchmal bei mir Rye Coalition sagte. Aber live waren Life die Gewinner, die zauberten eine wunderschöne Dynamik von der Bühne, fabelhaft.

The Yellow PressEin paar Tage später war schon wieder das Kafe Kult angesagt, dieses Mal nur zwei Bands, weil der Bus von This Ain’t Vegas deren Auftritt boykottierte. Deshalb nur The Yellow Press und als Support war so eine schwedische Schülerband, die sicher technisch tausend mal besser als die herkömmliche solche war, und auch in musikalischen Gefilden wilderte, die angenehmer sind als die der üblichen Raiffeisen-Gewinner. Macht aber nix, sie konnten trotzdem nix bei mir reissen, da zu gesichtslos, ich mich fragte, warum so etwas auf Tour geht und ich mich dann lieber abschweifenden Gesprächen mit lange-nicht-gesehenen widmetet. Yellow Press waren in ihrem optisch abgehalfterten, verbrauchtem Zustand durchaus angenehmer zu betrachten, das war dann eher auf Augenhöhe. Musikalisch auch eigenständiger, aber ich hatte sie von ihren alten Sachen kickender und weniger gröhlig in Erinnerung, und das sagt mir auch der erste Eindruck der neuen Platte. Machte aber Spaß, da sie live wirklich versuchen was zu reißen. Davon gibt es auch hier etwas zu sehen.

Natürlich hab ich zwischen diesen Konzerten und dem letzten längeren Eintrag auch anderem populärkulturellem Konsum hingegeben. Das alles wiederzugeben sprengt aber auch den Rahmen, wohl das Interesse der LeserInnen und auch mein Erinnerungsvermögen. Deshalb alles gekürzt auf das Wesentliche. Am 22.6. gab’s im K4 Spacehorse, da sind diverse Leute aus diversen San Diegoer Hardcore-Legenden-Bands versammelt, und die machen halt einfach ganz unprätentiös das, wozu sie Bock haben. Und so wie Hot Snakes die punkigeren/rockigeren Drive Like Jehu sind, sind Spacehorse die punkigeren Heroin. Nichts weltbewegendes, aber furchtbar schön down to earth und spaßig. Und da die Heroin-Paperbag-7″ die erste richtige DIY-Siebdruck-7″ war, die ich in Händen hielt, war das ne angenehme Zeitmaschine ohne Revival-Beigeschmack. Inkl. zwei Heroin-Cover-Versionen und einmal RKL.

Dann gab’s noch Les Georges Leningrad im K4, von denen ich mir auf Platte schon dachte, das ist so nicht wirklich der Bringer, aber live wird das ein Spaß, und dem war dann auch so. Umherlaufende Schlagzeuger sind eine großartige Erfindung (und leider immer wieder eine bedrohtete Art, siehe El Guapo -> Supersystem oder den Kostümklau von Hugorilla), Kopfstand machende erst recht. Davor Ariel Pink, die eher peinlich arrogant bei Schülerband(jaichwiederholmich)haftem Auftritt rüber kamen.

The Robocop KrausThe Robocop Kraus wollen es ja dieses Jahr sowas von wissen, ich dachte das war schon mit der letzten Platte so, nun aber richtig. Das kam auch etwas beim Auftritt zum Plattenrelease mit den Genetiks im K4 rüber. Souveräner als je zuvor, aber leider heißt das auch weniger überraschend und mitreißend, so ging’s zumindest auch dem Publikum, dass erst nach der Hälfte auftaute. War auf jeden Fall gelungener als der Auftritt in der Kaninchenzüchterhalle in Hersbruck, wo ich sie zuletzt erlebte. Damals hatte ich noch den Eindruck, die Robos sind wenn gerade ne neue Platte raus ist am besten (wie beim vorletzten Recordrelease im K4) und am Ende des Tourzyklus dementsprechend ausgepowert. Jetzt glaub ich fahren sie ein eher konstanteres Level, sonst geht das ja auch gar nicht. Die Abgeklärtheit steht ihnen auch ganz gut, besonders der neuen Platte. Hört sich zwar fast gar nicht mehr nach ihrem Trademarksound an (am ehesten noch “There are better lights in Hollywood”), ich hatte aber noch nie was gegen Weiterentwicklungen, und macht wie immer viel Spaß. Bei “After Laughter Comes Tears” warte ich immer noch jedes Mal auf die Zeile “And I Can’t Stand Up And I Can’t Sit Down” von den Comsat Angels, hihi. Zur Schlagzeugerfrage sag ich mal ganz salomonisch: der Hansi kickt besser, aber der Jo war der bessere Entertainer. Ansonsten wünsch ich den Robos alles Gute auf ihrem Weg. Hoffentlich ist die neue Abgeklärtheit da nicht hinderlich, da frag ich mich manchmal schon, was sie mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Energie der frühen Jahre jetzt reissen könnten. Ach ja, da waren ja noch die kleinen Genetiks, die an dem Konzert noch mitspielten. Auch schon ewig dabei, auch abgeklärt, dafür immer mir mehr Punk-As-Fuck-Attitüde auf der Bühne. Das ist auch nicht unwichtig.

Schon halb auf dem Sprung nahmen wir noch Against Me!, Driving The Salt, Jupiter Jones und Try Or Die in Regensburg mit. Letztere boten eine öffentliche Probe, die danach hab ich schon zu oft unter anderem Namen mit anderen Musikern gesehen. Driving The Salt hingegen gefielen mir besser als in Zwiesel, wie gehabt nix sensationelles, aber das ist ja auch nicht beabsichtigt, ging OK. Against Me! brauchen wohl kaum ne Vorstellung, sie gehörten zu den wenigen bekannten Gesichtern, die wir in Australien getroffen haben, haben trotz enormer Exposition kein Stück Bodenhaftung verloren und sind eine der wenigen klassischen Punkrock-Bands, die ich mir noch anhören kann. Und wie zu erwarten nicht nur ich, in Regensburg war die Mälze an eine
m Montag gut gefüllt, und das mit bester Stimmung, kaum selbstdarstellerische Exzesse im Publikum zu verzeichen, was in diesen Größenordnungen schon selten ist. Und sie liesen sich auch noch klasse fotografieren :-D. Die neue Platte läuft hier auch schon öfters, ein endgültiges Urteil steht noch aus, sie wirken vielleicht reifer und rockiger, aber das paßt schon.

Danach waren wir schon in München sesshaft, das Sommerloch nahte, und wir hatten eh viel um die Ohren. Deshalb dann eher weniger, ein Tag des Festivals im Kafe Kult war dabei, das war nicht unangenehm, eher das aussenrum wie das bei so was halt ist blieben hängen, weniger die Bands. Ach ja, Kids Explode, der hoffnungsvolle Nachwuchs aus Freiburg, lies dann doch positiv aufmerken. Dann noch am selben Ort A Fine Boat That Coffin und Mock Heroic, ganz kurzfristig und uns war langweilig. War aber leider nicht meine Tasse Tee, und deshalb blieb’s langweilig. Interessanter hingegen das Konzert im alten Kuhstall bei Jakobsneuharting, da fühlte ich mich in meine Jugend zurück versetzt. Auch weil David von Subrosa sich für ein paar Songs wieder mit Natalie Flanders zu See Ya! zusammentat, um dem Gitarristen von Kenzari’s Middle Kata eine Freude zu machen. So herzig kann es in Oberbayern zu gehen. Tobi

now playing: Mahi Mahi – I Can’t Hear You

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